Besuch bei unserem Patenkind Juan in Peru

Im August 2015 haben mein Mann und ich unser Patenkind Juan in Peru besucht. Juan lebt in einem Dorf in der kargen Pampa im Norden Perus unweit der Grenze zu Ecuador. 

Am Besuchstag wurden wir von 2 Planmitarbeiterinnen in Piura – der nächst größeren Stadt – von unserem Hotel abgeholt und es ging zunächst ins dort ansässige Planbüro. Um einige Informationen reicher ging es dann mit dem geländefähigen Bus von Plan in Richtung Las Lomas. Unterwegs machten wir noch an einem Supermarkt Halt um Lebensmittel für die Familie von Juan einzukaufen.

In Pampa Elera angekommen wurden wir zunächst zur Schule, die dort mit den Mitteln von Plan erbaut wurde, geführt, wo wir von Juan, seiner Familie und vielen weiteren Gemeindemitgliedern in unvorstellbarer Herzlichkeit empfangen wurden. An der Wand prangte ein großes Plakat mit dem Aufdruck „Bienvenidos Jan y Claudia“.

In der Schule erhielten wir von Mitarbeitern des Gemeindevorstandes einen ausführlichen Bericht über die Arbeit von Plan in diesem Projektgebiet bis hin zu einem Sketch zur Auswahl eines Kindes als Plan-Patenkind.

Neben der Förderung der Schulbildung hat Plan in diesem Projektgebiet einen zweiten Schwerpunkt in der Anleitung und Unterstützung von jungen Erwachsenen, die die Schule abgeschlossen haben, mit dem Ziel sich in ihrem Heimatdorf eine eigene Existenz aufzubauen. Als Paradebeispiel wurde uns die Hühnerzucht von Carlos gezeigt. Carlos kauft die gerade geschlüpften Küken von einem Züchter ein, zieht sie groß und verkauft sie dann in der Umgebung (einschl. Lieferservice mit dem Motorrad).

Nach dem Besuch der Schule wurden uns voller Stolz das übrige Dorf und natürlich auch das Gesundheitszentrum gezeigt.

Aber dann folgte der Höhepunkt des Tages der Besuch bei Juan und seiner Familie zu Hause. Es war schon beschämend für uns wie die Familie, die in ärmlichen Verhältnissen in einer relativ großen Lehmhütte ohne Fußboden und ohne fließendes Wasser lebt, uns einen so überwältigenden Empfang bereitet hat und sich ganz offensichtlich auch ehrlich über unsern Besuch gefreut hat.

Die Tafel war für uns gedeckt, wiederum hing ein Plakat mit „Bienvenidos Jan y Claudia“ im Raum und es gab für dortige Verhältnisse sicherlich ein Festmahl mit Reis und Fleisch und dazu köstlichen Maracuja-Saft.

Juan und seine Freunde hatten für uns eine Tanzvorführung einstudiert und die Kinder waren ganz aufgeregt, als sie uns diese präsentieren konnten. Wir hatten noch etwas Gelegenheit mit Juan und seiner Familie zu sprechen – da ich ein bisschen Spanisch spreche ging dies auch direkt – und der neue Fußball (unser Mitbringsel für Juan) musste natürlich eingeweiht werden.

Leider lief die Zeit mal wieder viel zu schnell und es hieß wieder Abschied nehmen. Aber für uns und auch für Juan hat das persönliche Kennenlernen viel gebracht. Das Patenkind bzw. der Pate ist keine abstrakte Person mehr, sondern man hat eine konkrete Vorstellung voneinander, so dass auch die Briefe viel persönlicher geworden sind.

Juan hat uns schon wiederholt gefragt, wann wir denn wiederkommen, aber realistisch gesehen, ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass wir uns noch einmal nach Peru aufmachen werden.

Claudia Sommer

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